Die Volkssage zur Gründung der Sielminger Belzebuaba

Nach der Volkssage standen auf der Flur Weiler vor Zeiten ein Schlößlein und ein dazugehöriger Ort.

Auf dem Schlößle hauste ein gar harter Graf. Hilfe kreischende jagte er zum Tor hinaus.
Seine Gemahlin aber war gütig und mildtätig.

Einmal fand ein Bettler Einlass. Gar flehentlich bat er die Gräfin um ein stücklein Brot.

Die hohe Frau willfahrte seinem Bitten. Das erfuhr der Graf zur selben Stunde. Der mörderisch Zorn Kains überkam ihn.

Er hetzte seine Hunde auf den Hungrigen, die Ihn zerrissen. Und mit eigener Hand erschlug er die gute Gräfin.

Dann stürmte er ins Schloß, riss sein bestes Gewand aus der Truhe und legte es an.Das war
rot.

Hernach holte er sein edelstes Ross aus dem Stall, schwang sich darauf und warf Feuer ins Schloss.

Dann stob er auf seinem feurigen Schimmel davon. Schloss und Weiler sanken in Schutt und Asche.

Nur der steinerne Schlossbrunnen, das Weilerbrünnele, blieb bis auf den heutigen Tag erhalten.

Ruhelos geworden, starb der Graf. Von Gott verdammt, muss er für seine entsetzliche Freveltat büßen.

Unerlöst sieht man ihn noch immer des Nachts als feurigen Ritter auf
weißem Pferd heulend zum Weiler reiten.

Auch ein Sprüchlein beichtet von dem gespenstischem Ritt:

Dr Heuler vom Weiler kommt äll Nacht drher.
Oh, wenn do dr Heuler vom Weiler et wär!!